Start DBT-Therapie Wie funktioniert DBT und was ist das überhaupt?
Wie funktioniert DBT und was ist das überhaupt?

DBT-Therapie ein Begriff den wohl die wenigsten Borderliner vor ihrem Aufenthalt in einer Klinik schon einmal gehört haben. Aber was steht hinter diesem Begriff?

Die DBT (dialektisch-behaviorale Therapie)ist eine speziell für Borderline Patienten entwickelte Psychotherapie. Professor Marsha Linehan hat dieses sehr effektive Behandlungskonzept über lange Jahre hinweg entwickelt. Innerhalb dieser Therapie werden verschiedene Techniken aus der Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, der Hypnotherapie und aus dem ZEN verknüpft.

Der eingesetzte Begriff „Dialektik" besagt im Grunde nichts anderes als das es für alles immer auch das Gegenteil gibt zum Beispiel Tag/Nacht, süß/sauer, gut/schlecht, schwarz/weiß. Im Sinne der DBT betrachtet die Dialektik die Gegensätze in der Welt des Borderliners, um diese in ein Gleichgewicht zu bringen. Die Elemente der Einzelnen, unterschiedlichen Therapieformen, bilden die Grundlage der DBT-Therapie.

Der englische Begriff „behavioral" steht für die Begrifflichkeit Verhalten und bezeichnet innerhalb der DBT nicht nur das handeln an sich, sondern auch die dazu gehörenden Gefühle, Gedanken und körperlichen Empfindungen da diese an das Handeln gekoppelt sind.

Die DBT-Therapie setzt sich aus mehreren Modulen zusammen:

· Einzeltherapie

· Fertigkeitentraining in der Gruppe (Skillstraining)

· Telefoncoaching in Krisensituationen

· Regelmäßige Supervisionen der Therapeuten

Innerhalb der Einzeltherapie wird nach einer Hierarchie gearbeitet die sich nach der Dringlichkeit der Probleme richtet.

Im Fokus steht:

Suizidale Verhaltensmuster und Selbstschädigung

· Suizidales Krisenverhalten

· Parasuizidales Verhalten (Selbstverletzung)

· Massive Suizidimpulse, Suizidvorstellungen und Suiziddrohungen

· Suizidgedanken, Erwartungen und Phantasien

Therapieschädigendes Verhalten

· Verhaltensweisen, welche den Fortbestand der Therapie stark gefährden

· Verhaltensweisen, welche den Fortschritt stören oder zum Burnout des Therapeuten führen

· Verhaltensweisen, die in direktem Zusammenhang mit suizidalem Verhalten stehen

· Verhaltensweisen, die Ähnlichkeiten mit problematischen Verhaltensweisen außerhalb des therapeutischen Settings aufweisen

Verhaltensweisen, welche die Lebensqualität einschränken

· Verhaltensweisen, die unmittelbar zu Krisensituationen führen

· Leicht zu verändernde Verhaltensweisen

· Verhaltensweisen, die in direktem Zusammenhang mit übergeordneten Zielen und Lebensprinzipien der Patienten stehen

· Verhaltensweisen, welche die Durchführung von Traumatherapie behindern

Verbesserung von Verhaltensfertigkeiten

· Fertigkeiten, die zeitgleich in der Gruppe vermittelt werden

· Fertigkeiten, die in direktem Zusammenhang mit primären Behandlungsfoki stehen

· Fertigkeiten, die noch nicht gelernt wurden

Fertigkeitentrainig in der Gruppe

Das Skilltraining ist einer der wichtigsten Punkte der DBT. Die innerhalb dieses Trainings erlernten Fähigkeiten dienen als „Anker" vor dysfunktionalen Verhaltensweisen und können das Leben auf lange Sicht leichter und vielseitiger gestalten.

Die hauptsächlichen Ziele die dabei verfolgt werden, sind das eigene Denken, Fühlen und Verhalten verstehen zu lernen und als Folge daraus dysfunktionale Verhaltensweisen zu ändern. Für sich selber Skills zu entdecken und zu trainieren um schlussendlich zu überleben. Vorhandene Ressourcen zu aktivieren und den Patienten zu stabilisieren. Das Skilltraining wird jedoch noch einmal in vier Bereiche eingeteilt:

Innere Achtsamkeit

Im Bereich innere Achtsamkeit wir dem Patienten, vielleicht zum ersten Mal eine Möglichkeit eröffnet, sich seiner eigenen Gefühle bewusst zu werden und Wege zu finden seine Bedürfnisse und auch seine Grenzen zu erkennen. Es geht also im Wesentlichen darum im „Hier und Jetzt" zu bleiben und darauf zu achten was man fühlt und tut. Gefühle und Verstand in Einklang zu bringen und nicht zu bewerten.

Zwischenmenschliche Fähigkeiten

Im Bereich zwischenmenschliche Fähigkeiten geht es hauptsächlich darum, zu erlernen seine eigenen Bedürfnisse durchzusetzen, ohne andere dabei zu verletzen, die soziale Kompetenz zu stärken und somit eine positive Grundlage im Umgang mit Beziehungen zu erreichen.

Emotionsregulation oder bewusster Umgang mit Gefühlen

Gefühle, ob nun negative oder positive, haben eine Funktion und Bedeutung. In diesem Bereich wird geübt mit Fertigkeiten wie Beobachten, Beschreiben und Verstehen von Gefühlen oder auch dem Gefühl entgegengesetzt handeln, umzugehen. Letztendlich geht darum zwischen unterschiedlichen Gefühlen zu unterscheiden und die unterschiedlichen Gefühle einer Emotion zu zuordnen.

Stressregulation

Um in Krisen besser mit sich und seinen Spannungen umzugehen und diese auch auszuhalten, erhält man einige Möglichkeiten um sich abzulenken, wie z.B. durch sensorische Reize (Eiswürfel, Igelball), durch Achtsamkeitsübungen, Atemübungen, hinnehmen der derzeitigen Situation (radikale Akzeptanz). Ziel dieses Bereiches ist es zu erkennen, dass man es schaffen kann auch leidvolle Situationen zu überstehen.

Telefoncoaching

Das Telefoncoaching ist ein Teil der DBT-Therapie. Bei diesem Coaching geht es darum, die Möglichkeit zu haben sich mit seinem Therapeuten, auch außerhalb der Therapiezeiten, in schwierigen Krisensituationen in Verbindung setzen zu können, um sich aus dieser heraus coachen/anleiten zu lassen. Das geschieht dann in aller Regel mit Hilfe von Skills.

Die Therapeuten selber halten regelmäßige Supervisionen ab um sich gegenseitig zu Unterstützen und Hilfestellungen zu geben.