Start Wieso, weshalb, warum? Warum sollte ich Achtsam sein?
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Warum sollte ich achtsam sein?

Achtsamkeit ist eine alte buddhistische Praxis, die auch für das Leben in der heutigen Zeit noch von großer Bedeutung ist. Diese Praxis hat nichts mit dem Buddhismus an sich zu tun und man braucht auch nicht Buddhist zu werden, um achtsam zu sein. Vielmehr geht es dabei darum, aufzuwachen und in Harmonie mit sich selbst und der Welt zu leben, zu erforschen wer wir sind, unsere Sicht von der Welt und unsere Rolle darin zu hinterfragen und jeden Augeblick, in dem wir leben, in seiner Fülle schätzen zu lernen. Doch das wichtigste Ziel der Achtsamkeitspraxis ist, in Kontakt zu kommen mit sich selbst. Jon Kabat-Zin

Die Praxis der Achtsamkeit hat mittlerweile auch im Bereich der Psychotherapie Raum eingenommen. Es zeigt sich, dass Achtsamkeitstraining und eigene Achtsamkeitsübungen die Symptome vieler psychischer Erkrankungen reduzieren, Stress abbauen, die Entspannungsfähigkeit fördern, Selbsterkenntnisse hervorbringen und die Rückfallwahrscheinlichkeit von psychischen Störungen deutlich reduzieren.

Achtsamkeit bedeutet letztendlich nichts anderes als Wahrnehmen ohne zu bewerten. 

Es geht darum, sich jedes Augenblicks in seiner ganzen Vielfalt bewusst zu werden. Wichtig dabei ist die innere Haltung, die man annehmen sollte, wenn man versucht, achtsamer zu sein. Es ist hilfreich jegliche Erwartung an die Achtsamkeitsübungen aufzugeben. Es geht nicht darum, irgendetwas zu erreichen, zu entspannen oder sich besser zu fühlen. Es geht noch nicht einmal darum, irgendetwas richtig zu machen. Es geht einzig und alleine darum, zu „sein" und das „Hier und Jetzt" wahrzunehmen ohne zu bewerten.

Was passiert in einer Achtsamkeitsgruppe?

In einer Achtsamkeitsgruppe soll die Vielfalt der Achtsamkeit vermittelt und aktiv zu Übungen angeleitet werden. Dabei ist es besonders wichtig, dass die erlernten Techniken auch außerhalb der Gruppe fortgeführt werden. Fortschritte und Verbesserungen der Problematiken sind durch kontinuierliches Üben möglich. Aus diesem Grunde stellen wir eine Auswahl an Übungen unter „Hilfsmittel" als Download zur Verfügung:eine Atemmeditation, den Bodyscan und eine Imagninationsübung.

Die sieben Faktoren der Achtsamkeit

  1. Nicht beurteilen – der Versuch, die Rolle eines neutralen Beobachters gegenüber den eigenen Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle, ohne zu bewerten, einzunehmen.
  2. Geduld – Geduldig sein bedeutet zu wissen, dass jedes Ding seine eigene Zeit hat; dass es sich entfaltet, wenn der richtige Moment dafür gekommen ist.
  3. Den Geist des Anfängers bewahren – Um das Hier und Jetzt vollkommen wahrnehmen zu können, muss man sich den Geist des Anfängers bewahren, d.h. eine innere Einstellung der Offenheit, die bereit ist alles so zu sehen, als wäre es das erste Mal.
  4. Vertrauen – Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Möglichkeiten, sich weiter zu entwickeln. Vertrauen in die eigene innere Weisheit.
  5. Nicht greifen – Achtsamkeit ist aktives Nichts-Tun. Man versucht nicht länger, so oder anders zu sein, sondern man ist einfach so wie man ist. Der beste Weg, um in der Meditation Ziele zu erreichen ist, diese loszulassen und nicht etwas mit allen Mitteln erreichen zu wollen.
  6. Akzeptanz – Bevor man ein Problem ändern kann, sollte man lernen es erst mal anzunehmen (z.B.Übergewicht). Wann, wenn nicht im Hier und Jetzt will man anfangen, sich zu akzeptieren. Akzeptanz heißt nicht, alles und jeden so zu akzeptieren, wie es ist. Akzeptanz bedeutet ohne Ängste und vorgefasste Meinungen eine Situation zu betrachten, die Anforderungen zu erkennen und entsprechend zu behandeln.
  7. Loslassen – Es geht um das Loslassen von sowohl negativen und positiven Ereignissen. Nur wenn wir die Fähigkeit des Loslassens verinnerlichen, sind wir unabhängig von äußeren Einflüssen (Schlafstörungen) und offen für Neues.

Ziele der Achtsamkeit

  • Mit sich selbst in Kontakt kommen
  • Eigene Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen wahrnehmen, ohne sich von ihnen aus dem Hier und Jetzt hinfort reißen zu lassen
  • Erforschen, wer wir sind; unsere Einstellungen und Rolle in unserem Umfeld hinterfragen.
  • Jeden Augenblick, in dem wir leben, in seiner Fülle schätzen lernen
  • Einen toleranten und liebevolleren Umgang mit sich und anderen finden
  • Die Erfahrung machen, dass man wahres Glück nur im Augenblick finden kann, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft
  • Einen Mittelweg finden, zwischen Gefühlen und Verstand
  • Verbesserung der Kontrolle über negative Gedanken