Was ist Co-Abhängigkeit?

Häufig wird in Verbindung mit einer Borderline Störung von einer Co-Abhängigkeit gesprochen.

Dieser Begriff – Co-Abhängigkeit stammt aus der Selbshilfebewegung der Anonymen Alkoholiker. Viele Borderline-Partner fallen durch eine Co-Abhängigkeit auf, da sie selbst an einem sehr geringen Selbstwertgefühl leiden und ihnen ihr eigenes Leben unbedeutend und langweilig scheint. Das Gefühl von "Wichtigkeit" erfahren sie in den Reaktionen ihrer Umwelt, damit sind auch sie abhängig von ihrer Umwelt. Sie begeben sich immer wieder auf die Suche nach deren Bestätigung und Anerkennung, durch die ihr eigenes Leben erst Inhalt und Wert erhält.

"Gemeinsam ist Co-Abhängigkeit oft auch der Wunsch, den Partner „retten" zu wollen, ihn auf Kosten des eigenen Wohlergehens glücklich machen zu wollen. Auch dieser Wunsch andere glücklich zu machen, hängt mit dem eigenen verzerrten Selbstbild und dem sehr schwach ausgeprägten Selbstwertgefühl zusammen: Nur, wenn ich andere rette, bin ich wertvoll."

Daraus folgen die typischen „Merkmale" der Co-Abhängigkeit, nämlich

  • Die Bereitschaft, sich selbst aufzugeben,
  • Die übertriebene Nachgiebigkeit,
  • Die Unfähigkeit, den Blick auf sich selbst zu richten und eigene Bedürfnisse überhaupt zu erkennen,
  • Das Fehlen von klaren Grenzen dem anderen gegenüber und dessen Bedürfnissen,
  • Die Gefahr, sich nur noch mit dem Partner und dessen Bedüfnissen zu befassen,
  • Die Unfähigkeit, eigene verletzte Gefühle zu erkennen,
  • Die Entschlossenheit sich weiter zu bemühen, koste es was es wolle, die sich in Borderline Beziehungen so häufig finden läßt.
  • Literatur: Leben mit einer Borderline-Störung, TRIAS Verlag, Dr.phil. Dr.med Günter Niklewski, Dr. phil. Rose Riecke-Niklewski