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Borderline? Wer bin ich?

Borderline?

Wer bin ich?

Was macht mich aus?

Ich könnte diesen Fragenkatalog unendlich fortführen, weil mich ständig und überall Fragen beschäftigen über die sich jeder andere gar keine Gedanken macht.

Was macht es mir so schwer, mich anzunehmen, mich nicht zu hinterfragen, nicht das Leben zu hinterfragen, nicht andere Menschen zu hinterfragen, den Sinn der Welt und der Menschen darin zu hinterfragen?

Es gibt viele Dinge die einfach so funktionieren und für die es eine Erklärung gibt die ich ganz einfach nachlesen und somit auch nachvollziehen kann, aber für mich selber gibt es eine solche Erklärung nicht. Keine Bedienungsanleitung, keine wissenschaftlich ergründete und handfeste Bewertung oder Versuchsreihe. Ich bin anders und funktioniere nicht wie ein sensibles Programm. Zwar bin ich in der Lage zu funktionieren und für mich klar und deutlich nachvollziehbare Aufgaben zu lösen und komplexe Abläufe zu bearbeiten, aber ich selber, als Mensch, als Frau funktioniere nicht so.

Meine Kommunikation funktioniert anders, meine Gedankenwelt funktioniert anders, mein Leben funktioniert anders, ICH FUNKTIONIERE ANDERS!

Kann man (ich) überhaupt von einer Funktion sprechen?

Was haben Gefühle, Emotionen, mangelnde Selbstkontrolle, fehlende Nähe – Distanz Regulation, etc. mit einer Funktion zu tun?

Nun ja, habe ich nicht, mein ganzes Leben damit verbracht eine Funktion zu haben in der ich mich selber als unersetzbar fühle? Hat sich nicht mein Anspruch mir selber gegenüber und den Menschen in meinem näheren Umfeld, schlussendlich als Funktion herausgestellt um mir selber das Gefühl von Wichtigkeit zu geben? Haben nicht die Menschen in meinem Umfeld für mich eine Funktion gehabt und einem Zweck gedient, nämlich die der Identifizierung meiner selbst? Habe ich nicht Menschen abgewertet um mich aufzuwerten und wiederum Menschen aufgewertet um mich abwerten zu können?

Wer hat denn dann die Funktion – ich oder die Menschen um mich herum?

Wieder eine Frage die es gilt beantwortet zu bekommen und sich hineinzusteigern mit jeder Faser meines Hirns und das dann den ganzen Tag.

Was bin ich als Borderliner – ein „Mensch" oder ein „Etwas"?

Mir fehlt die Identität, also bin ich doch ein „Etwas", oder nicht?

Ich bin doch in meinen Augen kein liebenswürdiges „Etwas" das anderen Menschen etwas geben kann außer total kompliziert zu sein und alles in Frage zu stellen.

Das kann ich so lange fortführen, bis dem Menschen dann selber irgendwann Zweifel kommen ob er das ist, was er bis jetzt geglaubt hat. Ich schaffe es nicht nur meine eigene Identität völlig zu ignorieren sondern auch die des anderen zu Nichte zu machen. Wenn ich das dann geschafft habe, dann fühle ich mich zwar enorm wichtig und gebraucht, aber dann hängt der andere so sehr an mir und meinem Lippen, dass es mir total langweilig erscheint. Wenn mich die Person dann idealisiert dann fehlt mir die Herausforderung und ich gehe auf Distanz. Nimmt die Person diese Distanz dann aber an und bleibt entfernt, ohne zu versuchen wieder Nähe zu mir aufzubauen, dann fühle ich mich total verlassen obwohl ich es doch eigentlich selber in diese Bahn gelenkt habe. Dann kommt die Herausforderung wieder ins Spiel und mache es mir zur Aufgaben die Distanz in Nähe umzuwandeln….

…….wobei wir dann wieder bei der Funktion sind.