Start Reha-Tagebuch 28.11.2008 Die drei Fragezeichen
28.11.2008 Die drei Fragezeichen
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Nach einem gestern noch sehr lustigem Spiele Abend und einer relativ guten Nacht bin ich heute ganz gut drauf. In meiner ersten Kerngruppe muss ich dann doch feststellen, dass sich die Therapie weit abhebt davon, etwas mit „Humbuk“ oder sonstigem Spuk zu tun zu haben. Wieder erwartend war diese Gruppe richtig gut und hat einige Gefühle der letzten Tage völlig relativiert. Allerdings hatte ich nach dieser Gruppe dann noch einmal eine Einladung zum leitenden Psychologen zur Visite. Dort hat sich dann doch wieder meine völlige Unzufriedenheit bzw. Angst hier in eine Klinik geraten zu sein in der ich mich als Mensch mit eigenem Denken, Handeln und auch konsequentem ertragen der Konsequenzen dafür nicht wirklich unterordnen kann, freien Lauf gelassen. Kaum raus aus dem Raum habe ich mich schon wieder so sehr darüber geärgert – ich wollte doch die Klappe halten.

Zu spät – und was macht ein Borderliner jetzt aus dieser Situation?
Eine mittelschwere Katastrophe und das Gefühl, mal wieder alles falsch gemacht zu haben.
 
Ich fühle mich gerade jetzt total komisch. Ich weiß einfach nicht ob ich bleiben oder gehen soll?
Eigentlich bin ich kein Mensch der Herausforderungen nicht annimmt und sich gerade auch schwierigen Situationen in seinem Leben stellt, aber habe ich jetzt meine Grenze erreicht was mein therapeutisches Verständnis angeht? Kann ich einen Kompromiss eingehen und gewisse Abläufe akzeptieren um von den Therapien zu profitieren die mir helfen können? Schaffe ich den Spagat zwischen „schwarz“ und „weiß“??
Ich werde mir das Wochenende über Gedanken machen und schauen, ob ich Zeit darauf verwende mich anderen Patienten anzuschließen und die Gegend zu erkunden, denn alleine darf ich das ja erst nach 14 Tagen, oder ob ich einfach hier in der Klinik bleibe und mir darüber klar werde, ob ich diese mir gegebene Chance aus falsch gesetzten Prioritäten nicht annehmen kann.
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