Start Reha-Tagebuch Vom Antrag bis zum Termin
Vom Antrag bis zum Termin
Reha-Tagebuch

Meine Vorbereitung zur einer Rehabilitation gestaltete sich von Anfang an sehr schwierig. Die Deutsche Rentenversicherung Bund teilte mir eine Klinik zu in der überhaupt keine DBT-Therapie angeboten wurde.
Also musste ich Widerspruch einlegen und dieser zog sich 6 Wochen hin.
Dann endlich bekam ich den Bescheid, dass ich meine Rehabilitation in der Helios Klinik Bad Grönenbach machen werde.

Soweit – so gut!

Im August rief mich dann die Therapeutin aus der Klinik an und ihre erste Frage am Telefon war:
Ob ich mir im Klaren darüber sei, was mit dem Aufenthalt in der Klink auf mich zukommen wird. Sie erklärte mir, dass es dort strenge Regeln gibt und das ich mich schon mit meiner Anreise „verpflichten“ würde mich an diese zu halten und dort z.B. ab dem ersten Tag nicht mehr zu rauchen und ähnliches. Zusätzlich teilte sie mir mit, dass ich von einem 12-wöchigen Aufenthalt ausgehen müsse, da es bei mir ja einiges zu tun gäbe.

Da es mir zu dem Zeitpunkt nicht so gut ging, war ich erst einmal mit allem einverstanden und gab die Antworten, die man von mir erwartete. Ich wollte dringend Abstand zu meinem Umfeld, aber besonders Abstand zu dem Menschen, mit dem ich so lange eine „Beziehung auf der Borderline“ geführt hatte. Zwar hatten wir keinen Kontakt mehr, aber da wir beide in der selben Firma arbeiten und uns jeden Tag sehen, empfand ich es als wenn jeden Tag jemand einen ganzen Sack Salz über meine noch nicht verheilten Wunden streut.

Von dem Gespräch bis zu meinem Aufnahmetermin, jetzt am 25.11.2008 empfand ich die Zeit als sehr anstrengend und zermürbend. Ständig wurde der Termin verschoben. Erst nach einer Beschwerde meinerseits bekam ich dann den Termin endlich zugewiesen.

Als ich die Unterlagen der Klinik dann endlich vor mir liegen hatte, legte sich die erste Euphorie über den Termin sehr schnell, denn schon vor Antritt der Reha wurde ich mit Regeln und Dingen die ich in der Reha „nicht darf“ überschüttet.
Zusätzlich informierte ich mich im Internet auf der Homepage www.klinikbewertungen.de über Erfahrungen anderer Patienten die dort schon gewesen sind. Die ersten Berichte klangen auch ganz positiv, aber dann war doch der Eine oder Andere Bericht dabei in dem die Klinik sogar als Bootcamp bezeichnet wurde. Teilweise ließt es sich als ginge es um Willensbrechung und dann wieder um Kuschelkurs getreu dem Motto: „Wir haben uns alle lieb“

Das war mir dann doch alles ein bisschen zu viel und ich nutze die nächste Sitzung mit meinem Therapeuten um mit ihm darüber zu sprechen, wie ich mit den bewussten Beschneidungen meiner Autonomie, seitens der Klinik umgehen soll.

Die Tipps seinerseits werden mir sicher helfen, für mich das Beste aus dem Aufenthalt dort zu ziehen und nicht so ganz „negativ“ an die Sache heran zu gehen.

Ich habe meine Ziele für diese Reha klar gesteckt und mir fest vorgenommen mich nicht von Regeln oder sonstigen, für mich nur schwerlich zu ertragenen Gegebenheiten, die Reha verderben zu lassen.

Die Situation bedarf einer Anpassung meinerseits und genau das werde ich auch machen, allerdings nicht ohne meine interne Grenze zu überschreiten!